29 March 2026, 06:15

Babiš fordert radikale EU-Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Bürokratie

Blauer Plakat mit Text und einem Balkendiagramm, das das Wirtschaftswachstum der USA im 21. Jahrhundert darstellt, wobei jeder Balken ein Jahr darstellt und seine Höhe das Wachstumsniveau angibt.

Babiš fordert radikale EU-Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Bürokratie

Der ehemalige tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat weitreichende Änderungen in der EU-Wirtschaftspolitik und -Governance gefordert. Seiner Ansicht nach bremsen übermäßige Regulierung und ideologisch geprägte Prioritäten das Wachstum – sowohl in Tschechien als auch in ganz Europa. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land auf seine rasante wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 25 Jahre zurückblickt.

Zwischen 2000 und 2025 hat sich das Pro-Kopf-BIP der Tschechischen Republik fast vervierfacht und damit das Wachstum Deutschlands und Österreichs übertroffen, wo es sich lediglich verdoppelte. Babiš führt diesen Erfolg auf die starke industrielle Basis des Landes zurück, insbesondere in den Bereichen Automobilbau und Maschinenbau. Ausländische Investitionen deutscher Unternehmen wie Škoda und Volkswagen sowie die tiefere Einbindung in EU-Lieferketten nach 2004 trieben diesen Aufschwung maßgeblich voran. Allerdings räumt er ein, dass trotz gestiegener Produktionswerte die Innovationskraft im Vergleich zu Westeuropa weiterhin hinterherhinkt.

Kritisch steht Babiš mehreren EU-Politikvorhaben gegenüber, darunter dem geplanten Verbot von Verbrennungsmotoren und dem Emissionshandelssystem. Diese Maßnahmen schwächten seiner Meinung nach die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Stattdessen plädiert er dafür, Bürokratie abzubauen, strategisch in Bereiche wie Energie und Infrastruktur zu investieren und sich auf wirtschaftliche Ergebnisse statt auf ideologische Projekte zu konzentrieren.

In den Bereichen Migration und Sicherheit mahnt Babiš ein entschlosseneres Vorgehen der EU an. Er befürwortet die Erweiterung des Schengen-Raums um die Westbalkanstaaten, um die Grenzverwaltung zu verbessern. Zudem besteht er darauf, dass die EU ihre Grenzen eigenständig sichern muss, ohne sich auf externe Partner zu verlassen.

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Obwohl Babiš die Bedeutung der EU-Integration für das tschechische Wachstum anerkennt, bleibt er skeptisch gegenüber der Einführung des Euro. Einen klaren Vorteil für sein Land sieht er im Verzicht auf die eigene Währung nicht. Gleichzeitig betont er, dass künftiger Fortschritt davon abhängt, die Wirtschaft hin zu mehr Innovation und höherer Wertschöpfung zu lenken – und dabei auf die Qualifikationen der tschechischen Arbeitskräfte zu setzen.

Babiš' Vorschläge spiegeln die Spannung zwischen wirtschaftlichem Ehrgeiz und EU-Politik wider. Seine Forderungen nach weniger Regulierung, stärkeren Grenzen und einer Industrieorientierung decken sich mit den Bedenken anderer mitteleuropäischer Führungskräfte. Die Debatte über Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Souveränität in der EU wird angesichts globaler wirtschaftlicher Herausforderungen voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.

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