AfD nutzt Berliner Messer-App, um vor Wahlen Druck auf die Regierung zu erhöhen
Clara FrankeAfD nutzt Berliner Messer-App, um vor Wahlen Druck auf die Regierung zu erhöhen
Messattacken in Berlin sind vor den Kommunalwahlen zu einem zentralen politischen Thema geworden. Die rechtspopulistische AfD fordert mehr Transparenz, nachdem die Polizei im Jahr 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe registrierte – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Partei hat ein neues Instrument eingeführt, um Vorfälle zu dokumentieren, und wirft der Stadtregierung vor, die öffentlichen Sicherheitsbedenken zu ignorieren.
Der Berliner Landesverband der AfD präsentierte kürzlich eine sogenannte "Messer-App", die polizeilich gemeldete Stiche und Attacken der letzten 30 Tage auf einer Karte verzeichnet. Das Tool zeigt die Anzahl der Vorfälle, Verletzungen sowie die genauen Tatorte. Die Partei argumentiert, dass ein Abgleich der Polizeiberichte mit den offiziellen Kriminalstatistiken eine besorgniserregende Lücke bei der Erfassung von Straftaten offenbare.
Die AfD behauptet, mit ihrer Übersicht Druck auf die Koalitionsregierung ausüben zu wollen, damit diese mehr Daten veröffentlicht – darunter auch die Nationalitäten der Tatverdächtigen. Berlin gehört zu den wenigen Bundesländern, die solche Angaben nicht preisgeben. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker kritisierte die aktuelle Regierung scharf: "Das Unsicherheitsgefühl in der Stadt hat sich deutlich verstärkt", vor allem wegen mangelnder Transparenz.
Die Linke warf der AfD daraufhin vor, "bewusst Angst zu schüren" und Kriminalstatistiken für eine Stimmungsmache gegen Migranten zu instrumentalisieren. Unterdessen hat die Stadt bereits Gegenmaßnahmen ergriffen, etwa durch den Einsatz spezieller Polizeieinheiten und die Einrichtung von drei Waffen- und Messerverbotszonen.
Doch nicht nur die Zunahme von Messerattacken bereitet Sorgen. Auch waffenbezogene Straftaten haben stark zugenommen: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg von 68 Prozent bei Schusswaffenvorfällen. Allerdings liegen bisher keine offiziellen Zahlen vor, wie viele der Messerangriffe in diesem Jahr zu Anklagen oder Verurteilungen führten.
Mit ihrer Kampagne hat die AfD das Thema Messergewalt in den Mittelpunkt der Berliner Wahldebatte gerückt. Angesichts der steigenden Fallzahlen in den Polizeistatistiken fordert die Partei weiterhin eine detailliertere Kriminalitätsberichterstattung. Die Maßnahmen der Stadt – von Sondereinsatzkräften bis zu Verbotszonen – bleiben indes umstritten, während die Sorgen der Bevölkerung um die öffentliche Sicherheit wachsen.






