50 Frauenhäuser geschlossen: Wo bleiben die Schutzräume für gewaltbetroffene Frauen?
Marie SchulzAllianzen auf Dunkelfeldstudie: Der Umfang der Gewalt ist erschreckend - 50 Frauenhäuser geschlossen: Wo bleiben die Schutzräume für gewaltbetroffene Frauen?
In den vergangenen fünf Jahren wurden in Deutschland etwa 50 Frauenhäuser und Beratungsstellen für Opfer von Partnerschaftsgewalt geschlossen oder stark eingeschränkt. Hauptgrund sind Kürzungen bei der Finanzierung, besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin. Sozialverbände verurteilen diese Einschnitte nun als alarmierend – vor allem vor dem Hintergrund einer neuen Studie, die das wahre Ausmaß der Gewalt offenbart.
Eine aktuelle Dunkelfeldstudie zeigt, dass 19 von 20 Fällen psychischer und körperlicher Gewalt in Beziehungen nicht angezeigt werden. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen liegt damit weit über den offiziellen Polizeistatistiken. Sozialorganisationen wie die Diakonie kritisieren, dass Kommunen ihre finanzielle Unterstützung für Frauenhäuser und spezialisierte Beratungsangebote zurückfahren.
Der Paritätische Gesamtverband fordert einen massiven Ausbau von Schutzunterkünften und Beratungsstellen für alle Gewaltopfer. Zudem sollen Familienhilfen und Täterprogramme stärker gefördert werden. Die Grünen verlangen ein verlässliches, niedrigschwelliges Hilfenetz, bessere Schulungen für Behördenmitarbeitende und eine engere Zusammenarbeit der zuständigen Stellen.
Die Studie belegt zudem, dass Männer und Frauen ähnlich häufig psychische und körperliche Gewalt in Partnerschaften erleben. Frauen sind jedoch häufiger und schwerwiegender von körperlicher Gewalt betroffen.
Durch den Rückbau von Schutzräumen und Beratungsangeboten wird es für Betroffene immer schwieriger, Hilfe zu finden. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen den dringenden Bedarf an stabiler Finanzierung und einer abgestimmten Strategie. Sozialverbände und Parteien drängen nun auf schnelle Maßnahmen, um die Lücken in Schutz und Prävention zu schließen.